Olympiasiegerin spricht nach schwerem Sturz: So gravierend sind ihre Verletzungen tatsächlich
Schweiz – Im Dezember 2025 erlitt die Ski-Alpin-Topathletin Michelle Gisin (32) ausgerechnet in ihrer Heimat Schweiz, auf der Corviglia in St. Moritz, einen dramatischen Unfall. Bei diesem folgenschweren Sturz, der gleichzeitig das Aus für ihre Teilnahme an den Olympischen Winterspielen bedeutete, zog sie sich schwere Verletzungen zu. Nur knapp entkam sie einer Querschnittslähmung.
Jetzt hat die Schweizerin offen über die Einzelheiten ihrer Verletzungen gesprochen. „Als ich das Röntgenbild gesehen habe, war das einfach schrecklich“, schildert sie im SRF-Format „Gredig direkt“. Dabei bezieht sie sich auf eine instabile Fraktur im Bereich der Halswirbelsäule, die sie fast an den Rollstuhl gefesselt hätte. In einer mehrstündigen Operation leisteten die Ärzte hervorragende Arbeit und sorgten dafür, dass Michelle Gisin keine bleibenden Schäden zu befürchten hat.
Darüber hinaus hatte sich die Athletin drei Mittelhandknochen ausgerenkt, „eine äußerst seltene und komplizierte Verletzung“, wie sie im aktuellen Bericht erklärt. Außerdem erlitt sie im linken Knie einen Riss des vorderen Kreuzbands sowie des Innenbands.
Obwohl ihr Verlobter, der italienische Skirennläufer Luca de Aliprandini (35), zunächst nicht wusste, wie es um Michelle stand, nahm er zwei Tage später an einem Weltcup-Rennen teil und zeigte sich danach in einem emotionalen Fernsehinterview völlig aufgelöst. Gisin hatte ihm erlaubt zu starten, sagt sie heute rückblickend:
„Das hat mir das Herz zerrissen. Ich war so stark unter Medikamenten, dass ich die Schwere der Situation gar nicht richtig wahrgenommen habe und ihm deshalb den Start freigegeben habe.“
Ob Michelle Gisin erneut auf die Skipisten dieser Welt zurückkehrt, bleibt ungewiss. Eigentlich war es ihre letzte Saison, die sie mit einem würdigen Abschluss bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina beenden wollte. Doch inzwischen ist sie sich unsicher, ob es wirklich das Ende ihrer Karriere bedeutet.
Für ihre aufwendige und anstrengende Rehabilitation benötigt sie Motivation und einen Anreiz. Bei einem Riesenslalom auf leichtem Terrain möchte sie testen, was ihr körperlich noch möglich ist. „Dann werde ich wissen, ob ich nochmal weitermachen will und ob ich es überhaupt kann“, erklärt sie.
Zuvor steht jedoch die Hochzeit mit Luca de Aliprandini an. Ihren Namen will die Schweizerin allerdings nicht annehmen: „Der ist viel zu lang und passt nicht auf den Bildschirm“, scherzt die Braut.
All das klingt danach, als würde sie sich ernsthaft mit einem Comeback im Weltcup auseinandersetzen.